Der irische Noir-Autor Ken Bruen ist gestorben
Am 29. März 2025 ist der irische Schriftsteller Ken Bruen im Alter von 74 Jahren in Galway gestorben.
Bruen begann relativ spät zu schreiben. Er war schon über 40, als er 1993 seinen ersten Roman „Shades of Grace“ (auf Deutsch nicht erschienen) veröffentlichte. Insgesamt publizierte er inzwischen mehr als vierzig Bücher. Am bekanntesten ist wohl seine Reihe um den irischen Ermittler und schweren Alkoholiker Jack Taylor. Von den 18 Bänden sind die ersten neun auf Deutsch erschienen (Atrium Verlag), übertragen von Harry Rowohlt (1945–2015), mit dem Bruen befreundet war. Der letzte Band, „Galway’s Edge“, ist eben erst erschienen, keine vier Wochen vor seinem Ableben. Die Reihe war Vorlage für eine TV-Serie. Am wichtigsten ist seine Serie um Detective Sergeant Tom Brant und Chief Inspector James Roberts, von der von 1998 bis 2007 sieben Bände erschienen (alle auf Deutsch im Polar Verlag). Es brauchte wohl einen Iren, um die Korruption, die Brutalität und die Übergriffe bei der Londoner Polizei schonungslos hart, sarkastisch und schwarzhumorig darzustellen. Zusammen mit dem dem bekannten amerikanischen Autor Jason Starr schrieb Bruen vier Romane um Max Fisher und Angela Petrakos (2006 bis 2016; die ersten drei Bände sind bei Rotbuch auf Deutsch erschienen). Von seinen Einzeltiteln sind mehrere auf Deutsch erschienen: „Rilke on black“ (1998, Rowohlt), „Abgebrannt“ (1998, Rowohlt), „Tower“ (2012, Rotbuch) und „London Boulevard“ (2010, Suhrkamp). Ebenso lesenswert wie alles andere von ihm. „London Boulevard“ wurde mit Keira Knightley und Colin Farrell verfilmt. Verfilmt wurde auch der Brant/Roberts-Roman „Blitz“ (Deutsch: „Brant“).
Bruen, geboren 1951 in Galway, Irland, promovierte am Trinity College in Dublin über „Metaphysik im urbanen Umfeld“. Bevor er Schriftsteller wurde, unterrichtete er während fünfundzwanzig Jahren Englisch in Japan, Afrika, Südamerika und Südostasien. 1979 wurde er in Rio de Janeiro nach einer Kneipenschlägerei festgenommen und verbrachte vier Monate im Gefängnis. Nach seinen Auslandjahren lebte er zunächst in London, bis er in seine Geburtsstadt Galway zurückkehrte. Er war verheiratet und hatte eine Tochter.
Bild: PD